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Seminar: Power sharing oder white charity? Eine machtkritische Reflexion von Nord-Süd-Partnerschaften im Freiwilligendienstkontext

Partnerschaft, Zusammenarbeit, Power sharing, auf Augenhöhe… – Begriffe, die in der internationalen Arbeit die Gleichberechtigung beider “Vertragspartner*innen” symbolisieren sollen, liegen im Trend.

Ihr habt im Rahmen eines Freiwilligendienstes selbst “internationale Erfahrung” gesammelt und möchtet euch mit globalen Machtstrukturen und Nord-Süd-Partnerschaften im Rahmen von Austauschprogrammen auseinandersetzen? Ihr wollt Freiwilligendienstprogramme und bestehende Strukturen weiter denken und habt Lust, euch mit Alumni verschiedener internationaler Freiwilligendienste und mit Personen aus Freiwilligendienststrukturen zu vernetzen? Ihr wollt gemeinsam reflektieren und Ideen für kritische Auseinandersetzungen internationaler Partnerschaft entwickeln? Wir laden euch ein, vom 7. bis 9. Juli nach Osnabrück zu kommen, um euch mit uns auszutauschen. Wir wollen auf eure eigenen Erfahrungen im Freiwilligendienst zurückblicken, um uns danach gemeinsam anzuschauen, aus welchen historischen Verhältnissen heraus Freiwilligendienste entstanden sind. Wir möchten mit euch diskutieren, inwiefern bestehende Nord-Süd-Partnerschaften weiterhin in globale Machtstrukturen eingebettet sind und welche Auswirkungen das auf eine “Zusammenarbeit” der Vertragspartner*innen hat.

Die Referent*innen:
Margarita Rodríguez Ornelas, studierte Soziologie an der Autonomen Universität von Chiapas, Mexiko. Sie arbeitet in Forschungs- sowie in Kunst, Bildungs- und Gesundheitsprojekten von Basisorganisationen. Zurzeit studiert sie “Good Governance and Civil Society” an der Universität Osnabrück. Ihre Erfahrungen zu Kooperation und horizontalen Strukturen in Süd-Nord-Freiwilligendiensten hat sie in einem Artikel für die Broschüre „Das Märchen von der Augenhöhe. Macht und Solidarität in Nord-Süd-Partnerschaften“ von glokal e.V. aufgeschrieben.

Liane Schäfer, studierte zuerst Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ist nun Studentin im Master “Democratic Governance and Civil Society” an der Universität Osnabrück. Zwischen Bachelor- und Masterstudium war sie mit dem internationalen kulturellen Freiwilligendienst kulturweit bei der Unesco Nationalkommission in Jamaika. Im Anschluss begann sie unter anderem als Mitglied im Verein kulturweiter e.V., sich kritisch mit Süd-Nord-Partnerschaften auseinanderzusetzen und engagiert sich in der internationalen und nationalen politischen Bildung als Trainerin und Tutorin.

Dan Thompson, studiert Fine Arts am Edna Manley College of the Visual and Performing Arts in Kingston, Jamaika. Er kam u.a. vor zwei Jahren nach Deutschland, um seine Arbeit im Rahmen eines Kunstprogramms zu präsentieren und sich mit Initiativen und Künstler*innen zu vernetzen. Die Tour wurde von Nanook, einem sozialen Kulturunternehmen aus Jamaika, das karibische Künstler*innen in ihrer Arbeit unterstützen möchte, organisiert. Neben dem Studium arbeitet Dan in Jamaika als Kunstlehrer. Er nutzt persönliche Ästhetiken und Erfahrungen von Menschen, um ihnen Möglichkeiten zum Ausdruck von Gedanken und Gefühlen durch Kunst zu geben.

Das Seminar wird organisiert vom Verein kulturweiter e.V. und ist offen für alle Interessierten. Seminarsprachen werden hauptsächlich Englisch, je nach Bedarf auch Deutsch sein.
Hier geht es zur Anmeldung: http://bit.ly/2s9ykfo

Datum: 7. bis 9. Juli, Osnabrück, Niedersachsen
Teilnahmebeitrag: 20 Euro
Übernachtung und Verpflegung werden gestellt, Fahrtkosten können leider nicht übernommen werden.

Bei weiteren Fragen meldet euch unter kontakt@kulturweiter.de

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BNE-Seminar: Good job, bad job? – Nachhaltige Entwicklung im Arbeitsleben

BNE-Seminar: Good job, bad job? – Nachhaltige Entwicklung im Arbeitsleben
Auf der Arbeit verbringen wir einen Großteil unserer Zeit, sowohl pro Tag als auch unserer Lebenszeit. Aber wie sieht ein zufriedenes Arbeitsleben aus? Was genau bedeutet Arbeit? Was ist der Unterschied zwischen Hausarbeit, Lohnarbeit, Angestellten, Verbeamteten und Menschen ohne Arbeit? Ist das gängige 8-Stunden-Modell noch zeitgemäß? Was tun ArbeitgeberInnen und Gewerkschaften für ArbeitnehmerInnen und Unternehmen? Was kann ich selbst tun und welche ArbeitnehmerInnenrechte habe ich? Und warum reden alle immer über die Rente?
Anhand dieser Fragen wollen wir mit euch ein Seminar rund um das Thema Arbeit gestalten. Nach einem ersten Einblick möchten wir mit euch über Arbeitszeitmodelle, ehrenamtliche Arbeit und das bedingungslose Grundeinkommen diskutieren. Weitere Punkte des Seminars sind Nachhaltigkeit in Unternehmen,  Sozialunternehmen und inklusive Ansätze sowie die Frage, warum Arbeit im globalen Kontext und in den Sustainable Development Goals (SDGs) eine so große Rolle spielen.
Das Seminar wird vom Verein kulturweiter e.V. organisiert und ist offen für alle interessierten kulturweiter-Mitglieder und kann als Aufbauseminar für die  BNE-Teamer/innen-Ausbildung angerechnet werden.
Wir freuen uns auf eure Anmeldungen – bitte schreibt uns unter kontakt@kulturweiter.de
Zeit: 14.-16. Juli 2017
Ort: Bonn, Räumlichkeiten der Deutschen UNESCO-Kommission, Colmantstraße 15, 53115 Bonn
Teilnahmebeitrag: 15 € pro Person
Leitung: Annabelle Wischnat und Helen Koepke
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BNE-Seminar: Utopie Postwachstumsgesellschaft

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen, meinte Helmut Schmidt seiner Zeit. Das sehen wir anders.
Unter dem Label “Postwachstum” denken und leben Menschen bereits Alternativen zum aktuellen
System. Nach einem Seminar letztes Jahr bekamen wir (Thore und Julius) Lust, uns intensiver mit
diesem spannenden Thema auseinanderzusetzen. Deshalb wollen wir euch folgendes anbieten:
Lasst uns gemeinsam Utopien und Zukunftsvisionen einer Postwachstumsgesellschaft entdecken.
Wie kann unsere Wirtschaft und Gesellschaft ganz konkret solidarischer gestaltet werden? (Wie)
sind diese Visionen realisierbar? Welche Rolle soll Politik dabei spielen? Dazu werden wir nicht
einfach nur Zukunftsmusik spielen, sondern vor allem bereits bestehende alternative Ansätze in
den Blick nehmen. Auf dem Seminar wollen wir deshalb,
• das aktuelle Wachstumsparadigma näher verstehen und kritisch hinterfragen,
• bereits gelebte Alternativen und Bewegungen kennenlernen,
• eigene Utopien und Handlungsspielräume jenseits des Wachstums erarbeiten.
Über all dem soll die Frage schweben: Wie soll eigentlich die Welt aussehen, in der ich gelebt
haben werde? Wer Lust hat sich mit uns auf diese Gratwanderung zwischen Utopie und Realität zu
begeben ist hiermit herzlich eingeladen.
Auch wenn Du noch nie etwas von Postwachstum gehört hast, bist Du auf unserem Seminar
richtig. Einzige Voraussetzung ist das Grundlagenwissen für BNE-Teamer*innen. Solltest Du dies
nicht besitzen oder bereits alles wieder vergessen haben, schick uns bitte eine E-Mail
(thore.hagemann@posteo.de), dann bekommst Du die gebündelte Weisheit der BNE-
Gruppenintelligenz zugesendet.
Um möglichst allen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen arbeiten wir momentan an der
Finanzierung eines Fahrtkostenzuschusses von €50 pro Person. Nach derAnmeldunghalten wir
euch diesbezüglich selbstverständlich auf dem Laufenden.
Wir freuen uns auf euch!
Zeit: Freitag, 9. Juni 2017 – 14:30 bis Sonntag, 11. Juni 2017 – 14:00
Ort: kulturweit Büro, Hasenheide 54, 10967 Berlin
Anmelden könnt ihr euch unter kontakt@kulturweiter.de
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Partizipationschancen für kulturweiter-Mitglieder – Die Nationale Plattform BNE

Mit der Gründung des Vereins kulturweiter – bilden, vernetzten, engagieren e.V. haben wir Alumni die Möglichkeit, uns auch nach dem Freiwilligendienst gemeinsam aktiv zu engagieren – besonders im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – verfestigt. Nun bekommen wir auch die Chance, uns politisch zu vertreten und Gehör zu verschaffen.

Das Bildungsministerium (BMBF) hat die Nationale Plattform für Nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen mit dem Ziel, BNE in Deutschland weiter voran zu treiben und fest zu verankern. In diesem Gremium sitzen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, um gemeinsam Ziele und Umsetzungsmaßnahmen für eine nationale BNE-Strategie zu definieren. Und auch wir von kulturweiter haben die Möglichkeit erhalten, hier mitzuwirken. Annabelle Wischnat aus dem Vorstand von kulturweiter ist Teil der Nationalen Plattform BNE, Vereinsmitglied Helen Koepke sitzt im Fachausschuss Hochschule und Marina Hethke von der Uni Kassel, die wir als externe Expertise gewinnen konnten, hat einen Platz im Fachforum Non-Formale Bildung/ Jugend bekommen.

Im September 2015 fand die erste Sitzung der zwei Mal im Jahr tagenden Nationalen Plattform BNE statt, die von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka gegründet und von Staatsministerin Cornelia Quennet-Thielen geleitet wird. Alle Mitglieder dieser Plattform beschäftigen sich beruflich oder ehrenamtlich mit BNE und arbeiten an nachhaltigen Projekten, um diese auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene zu integrieren. Für uns als kulturweiter gestaltet sich das Gremium als sehr gute und große Möglichkeit, unsere Interessen voran zu treiben. Neben zwei weiteren Vertretern von Jugendorganisationen aus dem Nachhaltigkeitsbereich können wir so unsere Perspektive, Erfahrungen und Wünsche aus Sicht der Jugend einbringen und für Frische in der Konstellation der Mitglieder sorgen.

Die Nationale Plattform BNE stellt das eigentliche Lenkungsgremium dar, BNE strukturell zu verankern, doch mit der Möglichkeit, Mitglieder in die Fachausschüsse, die sich mit der eigentlichen thematischen Arbeit zu den Feldern „Frühkindliche Bildung“, „Schule“, „Berufliche Bildung“, Hochschule“, „Non-formales und informelles Lernen/Jugend“ und „Kommunen“ beschäftigen, zu entsenden, können wir aktiv an diesem Prozess teilnehmen, Themenvorschläge und unsere Expertise einbringen. Zusätzlich dazu findet 2016 ein Agendakongress statt, bei dem viele weitere Akteure teilnehmen und über die bisherigen Ergebnisse beraten sowie sich inhaltlich austauschen und vernetzen können.

Bald finden die ersten Sitzungen der Fachforen statt und im Frühjahr 2016 die zweite Sitzung der Nationalen Plattform. Ich bin gespannt darauf, wie wir uns als Verein dort einbringen und unsere Positionen vertreten können. Den Mitgliedern des Gremium, uns Allen liegt es am Herzen, BNE fest zu verankern, im Bildungsbereich und kommunalen Projekten als selbstverständlich zu betrachten und zu behandeln. Deswegen hoffe ich, dass wir dort viel bewirken und Einfluss darauf nehmen können, Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland weiter zu stärken und unsere Anliegen und Wünsche einbringen zu können.

Annabelle Wischnat

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Online-Konsultationen Nationaler Aktionsplan BNE

Nun ist es so weit: Die Arbeit der Nationalen Plattform BNE wird öffentlich gemacht und ihr könnt mitbestimmen wie die Umsetzungsmaßnahmen des Nationalen Aktionsplans BNE genau aussehen sollen. Bis zum 15. März 2017 habt ihr die Möglichkeit, an den Online-Konsultationen teilzunehmen.

Anhand der sechs Fachforen Frühkindliche Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, Non-formales- und informelles Lernen/ Jugend und Kommunen, die gleichzeitig auch die sechs Handlungsfelder des Nationalen Aktionsplans darstellen, könnt ihr euch über die jeweiligen Ziele informieren und eigene Vorschläge für Umsetzungsmaßnahmen einbringen.

Meldet euch hier an und gestaltet den Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung mit!

Seit Herbst 2015 hat sich die Nationale Plattform BNE bereits vier mal getroffen. Hier sitzen VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Akteure aus der Zivilgesellschaft zusammen und beraten über Ziele und Maßnahmen wie BNE in Deutschland in allen Bildungsbereichen auch nach Ende der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung gefördert und vor allem fest verankert werden kann. Sechs Fachforen arbeiten entlang der einzelnen Bereiche des Bildungssystems inhaltlich daran, BNE in der elementaren, schulischen, beruflichen, akademischen und non-formalen Bildung sowie in kommunaler Administration zu integrieren.

Ziel ist ein Nationaler Aktionsplan, der BNE von einzelnen Projekten hin zu fester Struktur in allen Bildungsbereichen macht.

Mehr zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms in Deutschland und der Nationalen Plattform BNE findet ihr hier auf den Seiten des BNE-Portals.

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Agendakongress BNE 2016

Im Juli 2016 fand der erste BNE-Agendakongress des BMBF im Rahmen der Nationalen Plattform BNE in Berlin statt. Ziel war es, die Themen und Themenfelder, die in den Fachforen der Nationalen Plattform besprochen wurden, der breiten und interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zum Austausch zwischen den Akteuren, die an der Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE beteiligt sind, anzuregen.

Die einzelnen Fachforen der Plattform haben über zwei Tage lang Workshops angeboten und mit zahlreichen Teilnehmenden aus ganz Deutschland über die Leitlinien des Nationalen Aktionsplans BNE und aktuelle Themen nachhaltiger Entwicklung diskutiert.

Ein Schwerpunkt lag auf der Beteiligung junger Menschen am Weltaktionsprogramm BNE und vor allem auch innerhalb der Nationalen Plattform und seiner Fachforen. Wie können Jugendliche aktiv an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden? Wieso ist Jugendbeteiligung- und Mitbestimmung gerade hier so gefordert? Was können Akteure und tradierte Prozesse von jungen Menschen, ihren Ideen und ihrer Bereitschaft, Dinge zu verändern, lernen?

In dem Workshop „Wirtschaft nachhaltig gestalten“ wurde beispielsweise diskutiert, welchen Herausforderungen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen aktuell im Arbeitsleben gegenüberstehen, wenn Aspekte der Nachhaltigkeit aufgegriffen werden. Außerdem wurde überlegt, welche kurzfristigen wie langfristigen Effekte Corporate Social Responsibility auf Unternehmen unter Berücksichtigung der Unternehmensgröße haben kann.

Weitere Workshops gab es zu Themen erfolgreich umgeset zter Praxisprojekte mit geflüchteten Menschen und nachhaltiger Gestaltung von Kindergärten, Schulen, beruflicher und akademischer Ausbildung.

Um BNE präsenter zu machen und Akteure für ihr Engagement zu würdigen, wurden Lernorte, Netzwerke und Kommunen ausgezeichnet, die sich besonders für BNE einsetzen.

Helen Koepke und Annabelle Wischnat

Weitere Informationen zum Agendakongress gibt es hier.

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Mach mit! – (Bildung für) Nachhaltige Entwicklung neu gedacht

Patizipation und Teilhabe waren die Themen beim BNE-Seminar im Oktober 2016 in Bad Bevensen.

Was bedeutet Teilhabe und in welchem Kontext? Wie und in welchen Formen wird Demokratie gelebt? Die Teilnehmenden haben an dem Wochenende theoretisch und praktisch die Unterschiede zwischen Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung, Selbstverwaltung und Selbstbestimmung an Entscheidungen kennen lernen können. Je höher die Stufe der Partizipation, desto nachhaltiger gestaltet sich auch die Zufriedenheit mit getroffenen Entscheidungen und erzielten Ergebnissen.

Modelle politischer Partizipation und Entscheidungsfindung aus Brasilien und der Schweiz haben zeigen können, wie politische Prozesse durch mehr Bürgerbeteiligung bereichert werden können.

Das Seminar fand mit freundlicher Unterstützung des Gustav Stresemann Instituts in Bad Bevensen statt.

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Mitgliederversammlung 2016

Was passiert, wenn sich Vereinsmitglieder zur kulturweiter-Mitgliedversammlung auf einer Burg in Thüringen treffen? – Spiel, Spaß und ganz viele kreative Projekte!

Am 28. Oktober 2016 war es so weit und die zweite Mitgliederversammlung fand auf der Wasserburg in Heldrungen statt. Nach einer ersten kleinen Entdeckungstour durch die historische Kulisse der Jugendherberge begrüßte uns Lea im Namen des Vorstands und wir starteten offiziell in ein Wochenende, das ganz im Zeichen des Vereins stand.

dsc07612Zunächst erhielten wir einen kleinen Einblick in die Arbeit der einzelnen AGs. Besonders ausführlich wurde dabei über die Arbeit der Incoming-AG und das Arbeitspapier berichtet, über das in der Mitgliederversammlung abgestimmt werden sollte. Hieraus entwickelten sich spannende Diskussionen und Ideenaustausch, die direkt in den inoffiziellen Teil des Abends überführten, den wir mit gemütlichem Beisammensein und viel guter Laune verbrachten.

Am nächsten Tag knüpften wir direkt an die Ideen des Abends an und arbeiteten in kreativen Methoden heraus, welche Aktionen, Projekte, Veranstaltungen, Seminare oder sonstige Formate zu verschiedenen Themen in der Vereinsarbeit interessant für uns wären. Neue Projektgruppen formierten sich und erarbeiteten nächste Schritte. So schmiedete eine Gruppe Pläne für eine neue Fahrradkarawane, die im kommenden Jahr in Süddeutschland stattfinden soll. In einer anderen Gruppe griff man die Idee vom kulturweit Alumnitreffen, Argumentationstrainings gegen Rechts zu organisieren, wieder auf und eine neue AG wurde gegründet. Eine andere Gruppe setzte sich mit der Idee auseinander, thematische Exkursionen zu Orten anzubieten, in denen Mitglieder wohnen, sich auskennen einen Tag lang eine inhaltliche Führung zu einem bestimmten Thema geben. Und auch das Thema Incoming wurde noch einmal aufgegriffen und die Idee einer Podiumsdiskussion zum Thema aufgegriffen.

dsc07657Der wichtigste Punkt des Wochenendes fand schließlich am Samstagmittag statt: die Mitgliederversammlung. Hierfür bekamen wir Besuch aus dem kulturweit Büro von Anna Veigl, die an der Mitgliederversammlung teilnahm. In dieser berichtete der Vorstand zunächst über die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr und gab uns Einblick in die Finanzplanung. Auch stimmten wir über das Arbeitspapier der Incoming-AG ab, welches einstimmig angenommen wurde. Außerdem fand nach zwei Jahren erneut die Wahl des Vorstands statt. Annabelle, Vera, Sabrina, Charlotte und Lea hatten sich dankenswerterweise wieder zur Wahl aufgestellt und wurden von den Mitgliedern in ihr Amt wiedergewählt.

jetzt-gibts-heck-meckDie anschließend geplante Bootsfahrt musste leider wegen schlechten Wetters abgesagt werden und wurde auf Wunsch der Teilnehmer als „Programmmuss“ auf die nächste Mitgliederversammlung verschoben. Stattdessen spazierten wir über das Burggelände und beschäftigten uns den Rest des Tages noch einmal mit der Projektarbeit. Abends gab es wieder klasse Stimmung und man munkelt, dass einige Teilnehmer sogar die geheimen unterirdischen Gänge der Burg erforschten.

Sonntagmittag nahmen wir dann schweren Herzens auch schon wieder Abschied. Mit guter Laune, vielen Ideen und neuen Projekten machten wir uns alle auf den Heimweg und blicken schon voller Freude auf die nächste Mitgliederversammlung (bei der dann vielleicht sogar Boot gefahren wird…?). Vielen Dank an dieser Stelle auch noch einmal an den Vorstand für die Organisation des wunderbaren Wochenendes!

Henriette Rilling

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Stellenausschreibung Verwaltungsassistenz

Für die Buchhaltung und finanzielle Administration suchen wir Unterstützung!

kulturweiter – bilden, vernetzen, engagieren e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der von Alumni des internationalen Freiwilligendienstes kulturweit gegründet wurde, um Erfahrungen der ehemaligen Freiwilligen nach ihrer Rückkehr in Deutschland zu bündeln und daraus zivilgesellschaftliches Engagement entstehen zu lassen. Der Verein bietet eine Plattform, auf der sich die Mitglieder mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und Erlebnissen austauschen, Ideen einbringen und neue Projekte planen können. Der Fokus von kulturweiter e.V. liegt auf der Förderung von nachhaltiger Entwicklung sowie eines sozial und ökologisch bewussterem Miteinanders und transkulturellem Austausch.
Wir sind ein junges, ehrenamtlich tätiges Team und suchen zur Unterstützung der Vereinsarbeit eine Person für eine

Freie Mitarbeit
für den Zeitraum ab 15.10.2016 bis zum 31.12.2016.

Wir bitten Sie um Abgabe eines Angebots und entsprechender Qualifikationsnachweise für folgende Leistungen:

  • Beratung und Unterstützung bei der Optimierung der Verwaltungs- und Buchhaltungsstrukturen in der Vorstandsarbeit
  • Entwicklung und Verwaltung von Projektmittelanträgen
  • Unterstützung bei der Organisation, Vorbereitung und Dokumentation von Veranstaltungen
  • Projektumfang von bis zu 60 Stunden im oben genannten Zeitraum

Erforderliche bzw. gewünschte Kompetenzen:

  • Interesse an den Themenstellungen des Vereins kulturweiter – bilden, vernetzen, engagieren e.V.
    praktische Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Vereinen
  • Kenntnisse in den Bereichen Steuern und Buchhaltung
  • Sehr gute Anwenderkenntnisse in den gängigen Office-Anwendungen, Umgang mit Datenbanken, WordPress
  • Organisatorisches Talent, Hands-on-Mentalität und Flexibilität

Weitergehende Informationen:
Die oben genannten Leistungen sollen in einem Zeitraum von 2,5 Monaten erbracht werden. Dafür sind bis zu 60 Stunden im Projektumfang vorgesehen.

  • Mit einer Vergütung von €10/Stunde (bei Umsatzsteuerpflicht inklusive der Umsatzsteuer) werden alle Ausstattungs- oder Kommunikationskosten und sonstigen Auslagen der freien Mitarbeit abgegolten. Die Vergütung erfolgt jeweils gegen Tätigkeitsnachweis.
  • Wir bieten keinen Büroarbeitsplatz. Absprachen mit der Auftraggeberin finden regelmäßig via Skype/Telefon/Onlineplattform statt.
  • Bewerbungsgespräche erfolgen kurzfristig (voraussichtlich als Skype-Interviews).
  • Ihr Angebot erwarten wir unterschrieben mit einem tabellarischem Lebenslauf sowie entsprechenden Qualifikationsnachweisen.

Wir freuen uns über Angebote bis zum 14.10.2016 ausschließlich per Mail und in einem PDF-Dokument von bis zu 5 MB an kontakt@kulturweiter.de.

Ausschreibung: stellenausschreibung-assistenz-buchhaltung

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International Workcamp Korea

Simone hat im Juli 2016 für kulturweiter an einem Workcamp im Südwesten Koreas teilgenommen. Ermöglicht wurde das Camp unter dem Motto „Land of Life, Muan Tidal Flats“ von der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK), der koreanischen UNESCO-Kommission (KNCU) und einer der bekanntesten NGOs Koreas, dem ECO-Horizon Institute. Seit vielen Jahren organisiert die KNCU im ganzen Land Workcamps, an denen Freiwillige aus unterschiedlichsten Ländern teilnehmen.

Jedes Jahr im Winter ziehen unzählige Kraniche in das Schutzgebiet der Bucht von Suncheon im Süden Südkoreas, um dort mehrere Monate zu überwintern. Der Kranich ist in Südkorea als Symbol der Beständigkeit von besonderer Bedeutung. Neben den vielen Kranichen kommen daher jährlich über fünf Millionen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt in die Region, um die beeindruckende Landschaft des Wattengebiets zu erkunden und Kraniche zu beobachten. In dem diesjährigen Sommer hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen eines von der koreanischen UNESCO-Kommission organisierten Workcamps neben vielen anderen Aktivitäten die Suncheon Bay und das Watt Südkoreas kennenzulernen.

Das Wattenmeer in Korea

13619893_1784571781787934_8546730993644280098_n Bei unserem Besuch der Suncheon Bucht wurden wir von Simon Jung begleitet, einem ehemaligen Englischlehrer, der ehrenamtlich als Touristenführer arbeitet. Simon Jung ist glücklich über den internationalen Status der Suncheon-Bucht als Ramsar-Schutzgebiet. Tatsächlich drohte dem Watt vor einigen Jahren noch die Zerstörung durch ein Großbauprojekt. Simon Jung setzte sich zusammen mit anderen Bürgerinnen, Bürgern und NGOs erfolgreich für den Schutz der Suncheon Bucht ein. Er erzählte mit großer Begeisterung, was die Bürgerbewegung erreicht hat und hofft nun, dass das Wattengebiet im Südwesten Südkoreas bald in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbestätten aufgenommen wird. Südkorea plant seit Jahren, das Gebiet für die Liste des UNESCO-Welterbes zu nominieren.

Arbeitsalltag im Workcamp

13782286_1783358831909229_1130590404683515270_nInsgesamt 13 Tage haben zehn internationale Freiwillige aus Asien und Europa und sieben KoreanerInnen im Dorf Haeje verbracht. Dabei unterstützten wir vor allem die einheimischen Bauern bei ihrer Arbeit, ernteten Zwiebeln und Wassermelonen, bauten ein Straßenschild oder beluden auch einmal einen Laster mit Gülle. Harte Arbeit, 35 Grad im Schatten, Tage mit nationalen Hitzewarnungen, aber jede Menge Spaß. Neben den Tagen der Arbeit haben wir Ausflüge nach Gwanju zu Kia Motors oder in die Hafenstadt Mokpo unternommen, waren am Geburtsort des koreanischen Teemeisters Choui, sind traditionell fischen gegangen oder haben auch mal Karaoke gesungen. Wir veranstalteten selbst ein Angebot für Kinder aus der Gegend, das „Junior Global Citizenship Camp“. Zusammen mit den Kindern lernten wir im Naturschutzzentrum des Muan Wattenmeeres die verschiedenen Herkunftsländer der TeilnehmerInnen des Workcamps kennen: Ich begeisterte mich wie die Kinder für die Gedankenspiele aus der Mongolei, einen traditionellen Tanz aus Zypern und für die Trachten aus Estland und Litauen. Meine Lakritz-Bonbons aus Deutschland lösten hingegen sowohl bei den meisten Kindern als auch bei den Camp-TeilnehmerInnen eher Ekel aus.

Bildung weltweit

Auch sonst waren die Unterschiede unter uns Camp-Teilnehmern zum Teil groß. Besonders beeindruckt hat mich der Austausch zum Thema Jugend und Bildung. Die koreanischen Teilnehmenden berichteten vom endlosen Arbeits- und Schulalltag, dem Leistungsdruck und den hierarchischen Strukturen in Südkorea. Auch das Thema Jugendpartizipation ist in Südkorea kaum etabliert, da Alter in Korea eine viel zentralere Rolle spielt als in den Herkunftsländern der anderen Freiwilligen. Ich habe großen Respekt vor meinen koreanischen Freundinnen und Freunden, vor allem der Disziplin und der Kraft, die sie Tag für Tag aufbringen und eigene Träume dennoch nicht verlieren. „Wir sind immer müde, aber daran sind wir nun mal gewöhnt“, erklären sie mir auf meine Frage, wie sie es jeden Tag aufs Neue schaffen, früh morgens aufzustehen und bis nachts zu lernen. Als Grund für den hohen Leistungsdruck wurde mir wiederholt erzählt, dass sich die Generation der Eltern nach dem Koreakrieg nichts mehr wünschte als eine bessere Zukunft für die Nachkommen. Mehrere Male diskutierten wir auch über die wachsende Kluft zwischen den Generationen in Südkorea und über die Bedeutung von Hierarchien beruhend auf dem Alter. Ich hörte immer wieder, dass sich Südkorea rasch wandelt, die Jugend gerne reist und die Welt kennenlernt. Ich werde auch künftig genau beobachten, wie sich Südkorea in Richtung Jugendbeteiligung wandeln wird.
Danach vom deutschen Bildungssystem und den deutschen Universitäten zu berichten, war eigenartig. „Die Unis sind bis auf etwas Gebühren kostenlos und eigentlich kann man so lange studieren wie man es sich eben leisten kann. (…) Meine Freunde sind teils 28 und schließen ihren Bachelor gerade eher halbherzig ab. (…) “.
13716005_1783358841909228_1828131457798340779_nAuch wenn ich lernte, dass das deutsche Bildungssystem im Vergleich zum koreanischen der Jugend viel Freiraum bietet, habe ich auch weitere Verbesserungsansätze kennengelernt – vor allem das Bildungssystem Estlands hat mich angesprochen. Gesetzliche Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), eine nicht notenbasierte Untergliederung der Sekundärstufe und dann noch das tolle Angebot der Freizeitschulen am Nachmittag mit Umweltlehrerinnen wie Gedy.

Zurück in Deutschland

Auch nachdem ich wieder in Deutschland bin, beschäftigen mich Fragen von Individualität und Gesellschaft wie nie zuvor. Und ich habe einen großen Drang, gemeinsam mit meinen neuen Freunden etwas Neues anzufangen. Zusammen mit Gedy aus Estland möchte ich ein BNE-Projekt starten, ich will Anastasya in Minsk besuchen und wenn möglich eine Hochzeit in der Mongolei. Außerdem will ich  künftig mit Douang aus Laos über Abfall, Biogas und Abwasser in Laos nachdenken. Ich bin sehr dankbar, dass ich die einmalige Chance erhalten habe, nach Südkorea reisen zu dürfen.

Simone Fischer

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Neue AG: kulturweiterPreneurs auf Safari nach Sozialunternehmertum

Unternehmen tragen in unserer Gesellschaft schnell negative Konnotationen mit sich: Ausbeuterisch, nicht transparent und profitorientiert. Attribute wie sozial und altruistisch fallen im Kontext wirtschaftlicher Leistung nur sehr selten, obwohl für etablierte Unternehmen eine eigene CSR-Abteilung (Corporate Social Responsibility) zum guten Ton des Wirtschaftens gehört. Die CSR bleibt hierbei jedoch oft bei der Kompensation von ansonsten kruder Rationalität stehen, denn innovative soziale Lösungen finden selten Platz in diesem Paradigma.

Ein neuer Ansatz nachhaltigen Wirtschaftens ist das soziale Unternehmer*innentum. Soziale Unternehmen unterscheiden sind in einem wichtigen Aspekt von der CSR großer Unternehmen: Die Gründungsidee ist eine wirtschaftliche Lösung sozialer, ökologischer und ökonomischer Probleme.

Im Gegensatz zu Nichtregierungsorganisationen oder anderen Initiativen, die nicht profitbasierend arbeiten, möchten soziale Unternehmer*innen wirtschaftlich handeln und gleichzeitig einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Besonders anziehend an dem Konzept ist, dass Ideenfinder*innen für neue Lösungsansätze nicht auf das Gutdüngen von Förder*innen und dem Staat vertrauen müssen. Als soziale Unternehmer*innen tragen sich diese Ideen nämlich im besten Fall von selbst.

Beim Alumni-Treffen des Freiwilligendienstes „kulturweit“ gründete sich spontan eine Arbeitsgruppe, die momentan als „kulturweiterPreneurs“ gemeinsam eine Lernreise zum sozialen Unternehmer*innentum gestalten.

Am 24. Juli starteten wir dann in unsere erste soziale Safari auf der Suche nach sozialen Unternehmen. Der Startschuss fiel bei brennender Hitze im Büro von „Selosoda“, wo uns Christophe empfing.

Selosoda produziert ein Erfrischungsgetränk aus der Kaffeefrucht, ein noch oft ungenutztes Nebenprodukt der Kaffeeproduktion. Reich an Antioxidantien und Vitaminen bietet die Kaffeefrucht darüber hinaus noch eins: Power! „Viel, viel Koffein“ ist zwar nicht offizielles Motto von Selosoda, aber für Studierende als Erfrischungsgetränk definitiv ein Kriterium. Christophe von Selosoda erklärte und die Produktionskette und Zubereitung in Deutschland: Die Kaffeefrucht und deren Schale macht gut ein Drittel der Kaffeeproduktion aus. Während diese in den Anbaugebieten sonst aufgeschüttet werden, gären und später einen strengen Geruch entwickeln, werden die Früchte vor Ort getrocknet und nach Hamburg transportiert. Selosoda lässt dann die Kaffeefrucht wie einen Tee mit Quellwasser aufgießen und verfeinert das Getränk dann mit Bio-Zitrussaft. Auch die Landwirt*innen in den Anbaugebieten profitieren von der Nutzung der Kaffeefrucht, denn diese können mit Selosodas direktem Handelsmodell eine Wertsteigerung der Kaffeepflanze von ca. 50% erzielen. Ungesüßt und erfrischend möchte Selosoda sein und überzeugte die Teilnehmenden unserer Safari mit einer Verkostung vor Ort – bei über 30° hatte Christophe uns schnell überzeugt! Er und die Gründerin waren übrigens schon vorher im Kaffeebusiness und konnten so wichtige Erfahrungen sammeln. Als dann auch noch ein Stipendium und Mentoring vom Social Impact Lab Berlin kamen, konnte die Idee endlich umgesetzt werden. Fair und transparent zu handeln sind im Getränkehandel keine Selbstverständlichkeit. Christophe und das Team von Selosoda zeigen aber, dass wir auch mit Erfrischungsgetränken auf sozialen Wandel anstoßen können, quasi Schluck für Schluck.

Mit gestilltem Durst ging es dann weiter zu Fairmondo, einem Onlinemarktplatz, wo uns Felix empfang. Als Gründer und Vorstandsmitglied teilte er mit uns, wie aus seiner akademischen Beschäftigung mit Korruption die Idee entsprang, ein faires und transparentes Unternehmen aufzubauen. Fairmondo versteht sich als Marktplatz für sinnvolle Produkte. Faire, nachhaltige und qualitative Produkte sowie die Unterstützung kleiner Produzent*innen stehen hier im Vordergrund. Aber auch nach innen will das Unternehmen die gleichen Maßstäbe ansetzen. Fairmondo ist als Genossenschaft, also als gemeinschaftlich organisierter Geschäftsbetrieb, aufgestellt. Sämtliche Transaktionen können online eingesehen werden und schaffen damit eine neue Transparenz für Kunden. Transparenz und Korruptionsbekämpfung liegen Fairmondo besonders am Herzen. Mit jedem Kauf geht ein kleiner Betrag an Organisationen, die sich für eine korruptionsfreie Gesellschaft engagieren. Wir waren besonders beeindruckt, wie das Unternehmen nach außen sowie nach innen versucht, idealistische Ideen umzusetzen und wirtschaftlich zu gestalten.

Unsere dritte Station an dem Abend führte uns in die Prinzessinnengärten, wo wir uns mit Michael von Leihbar in ein Baumhaus abseilten. Das Unternehmen Leihbar findet, dass Gegenstände nicht gekauft werden müssen, sondern vieles, was wir nicht ständig brauchen, auf Leihbasis genutzt werden kann. Ob Beamer, Bohrmaschine oder Raclette-Grill, manche Gegenstände kommen nur alle paar Monate zum Einsatz und verschwinden dann wieder in der Abstellkammer. Diese Abstellkammer wird bei Leihbar für alle zugänglich. Das kleine Unternehmen kooperiert mit Kiosken in Berlin. Wenn eine Bestellung für ein Produkt eintrifft, wird dieses bei einem kooperierenden Kiosk abgegeben. Dort kann dann zum Beispiel der Bohrer abgeholt und auch wieder hingebracht werden. Für die Abwicklung bekommen die Eigentümer*innen der kleinen Läden dann eine Provision. Michael erzählt uns aber auch davon, dass es schwer ist, tauschen zu kommerzialisieren und sich auch die Frage stellt, inwieweit tauschen nicht genau das bleiben soll: Unkommerziell. Das Leihbar aber Teil einer größeren gesellschaftlichen Bewegung ist, die sich kritisch mit Konsum auseinandersetzt, ist dabei kaum zu übersehen. In ganz Berlin gibt es bereits sechs Orte, an denen sich die geliehenen Produkte ausleihen lassen.

Nach den drei Stationen endete unsere Safari dann in einem sudanesischen Bistro. Über Erdnusssoße ließen wir den Tag Revue passieren und planen, wohin es mit kulturweiterPreneurs weitergehen soll.

Wenn Ihr Interesse habt, selbst zu gründen oder mehr über soziales Unternehmer*innentum erfahren wollte, dann mailt uns! Wir freuen uns sehr über Zuwachs unter socialpreneurs@kulturweiter.de.

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BNE: Grundlagenseminar in Bonn

Vom 8. bis 10. April 2016 fand unser drittes Grundlagenseminar im Rahmen der BNE-Ausbildung in Bonn statt, welches in der Außenstelle des BNE-Sekretariats stattfand. Gestaltet wurde das Seminar von drei BNE-Teamerinnen mit Unterstützung von Juliane Kunert aus dem kulturweit-Büro. Unter den Teilnehmenden waren teilweise neue Gesichter, teilweise auch schon alte Hasen, sodass wir am Freitag mit einem freudigen Wiedersehen  ins Seminar starten konnten.

Am ersten Tag diskutierten wir Definitionen zu BNE und das Konzept der Gestaltungskompetenz, lasen Texte zur historischen Entwicklung von BNE und tauschten uns beim gemeinsamen Abendessen weiter über Ideen und Projekte zum Thema Nachhaltigkeit aus.
Am Samstag stellte Julia Viehöfer aus der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) die Sustainable Development Goals (SDGs) vor und erklärte die Rolle der DUK sowie nationale und internationale Maßnahmen zur  Umsetzungen des BNE-Konzept. Weiter ging es mit einem Praxisbesuch bei dem Verein Abenteuer Lernen, welcher ein absolutes Highlight des  Wochenendes war. Abenteuer Lernen e.V. bringt mithilfe von naturwissenschaftlichen Experimenten Kindern, vor allem im Grundschulalter, natürliche Ressourcen und Themen wie den Klimawandel näher. Die Kinder führen selbständig Versuche durch und bekommen so  einen Bezug zu Materialien und Zusammenhängen – dabei gibt es keine_n  Lehrer_in, die oder der ihnen sagt, was richtig und was falsch ist, die  Kinder lernen in ihrem eigenen Tempo und inklusivem Umfeld. Im Anschluss  stellte uns Alexander Reif seine Arbeit bei Germanwatch e.V. vor. Germanwatch führt BNE-Projekte an Schulen durch, beteiligt sich an der  UN-Klimakonferenz oder betreibt auf politischer und wirtschaftlicher  Ebene Lobbyarbeit, um so die Interessen des globalen Südens zu vertreten  und durchzusetzen.
Zurück  an unserem Seminarort und nach einer gemeinsamen Auswertung des  Praxisbesuchs gingen wir das BNE-Konzept von einer kritischen Seite an  und beendeten den Seminartag mit kreativen und utopischen Gedanken zu  BNE.
Der  Sonntag stand im Lichte der Reflexion und Evaluation über das bisher  Gelernte. Bei unserer letzten Einheit sammelten wir Ideen, wie BNE  praktisch und im Alltag ganz nebenbei umgesetzt werden kann: Mit dem Rad  zur Uni fahren, das Benutzen einer Bambuszahnbürste oder auf dem  Wochenmarkt einzukaufen waren nur einige unserer Ideen. Ein Thema, das  uns immer wieder beschäftigte, war die eigene Herstellung von  nachhaltigen Kosmetikartikeln. Diese Idee wurde auch in Verbindung mit  dem Alumnitreffen im Juni 2016 diskutiert – vielleicht werden einige der  neuen BNE-TeamerInnen den ersten eigenen Workshop dazu gestalten!

Damit  endete das Wochenende. Viel wurde angesprochen, diskutiert, überlegt  und ausprobiert – ein paar bunte BNE-Tage liegen hinter uns und wir sind  gespannt auf die kommenden Seminare!

Ann Carolin Wülker

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Aktuelles aus der Nationalen Plattform BNE

 Das Bildungsministerium (BMBF) hat die Nationale Plattform für Nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen mit dem Ziel, im Rahmen des Weltaktionsprogramms der UNESCO sowie der letzten Jahres verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs) BNE in Deutschland weiter voran zu treiben und fest zu verankern. In dieser Plattform sitzen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, um gemeinsam Ziele und Umsetzungsmaßnahmen für eine nationale BNE-Strategie zu definieren.

kulturweiter hat letztes Jahr die Chance bekommen, Teil dieses Gremiums zu werden und kann sich und seinen Forderungen so politisch Gehör verschaffen. Annabelle Wischnat sitzt als Vertreterin in der Nationalen Plattform, dem Lenkungsgremium. Helen Koepke ist im Fachausschuss Hochschule und Marina Hethke im Fachausschuss „Non-formales und informelles Lernen/Jugend“ vertreten, wo an konkreten Zielen und Maßnahmen gearbeitet wird, BNE und nachhaltige Handlungsweisen flächendeckend umzusetzen.

Am 19. April 2016 fand die zweite Sitzung der Nationalen Plattform BNE in Berlin statt. Unter Leitung von Staatsministerin Cornelia Quennet-Thielen wurden aktuelle BNE-Themen besprochen sowie die von den einzelnen Fachforen erarbeiteten Handlungsfelder, welche in Deutschland priorisiert behandelt werden sollen, verabschiedet.

Das Fachforum Hochschule besteht aus insgesamt 21 Mitgliedern, die unterschiedliche Hochschulen, Vereine, Institute, Stiftungen, Unternehmen und Behörden repräsentieren. Beim Auftakttreffen aller Fachforen im Januar 2016 im BMBF erarbeiteten die Mitglieder des Fachforums fünf Kernthemen bzw. Handlungsfelder, die im Fokus der Arbeit stehen werden. Dazu gehören Möglichkeiten der Ausrichtung von Finanzierungs- und Anreizsystemen an Hochschulen für BNE, die systematische Verknüpfung von Forschung und BNE anhand von wissenschaftlichen Kriterien, eine Diversifizierung der Hochschullandschaft, die Förderung der Partizipation von Studierenden sowie die Entwicklung von Narrativen für BNE. Diese Kernthemen wurden im April der Nationalen Plattform vorgestellt und innerhalb dieser diskutiert. Auf einer geschlossenen Online-Plattform sprechen sich die Mitglieder des Fachforums ab und konkretisieren die Themen, Maßnahmen und Ziele. Regelmäßige Sitzungen finden in Berlin statt. Diese dienen neben der persönlichen Interaktion vor allem der Vorbereitung auf anstehende Besprechungen mit der Nationalen Plattform und der Planung der zeitlichen und konkreten inhaltlichen Struktur innerhalb des Weltaktionsprogramms. Das Fachforum „Hochschule“ trifft sich wieder Ende Juni.

Im Fachforum Non-formales und informelles Lernen wurde auf die Bildung von Netzwerken hingewiesen, die für die flächendeckende Umsetzung von BNE von großer Bedeutung sind. Die Rolle und Anerkennung von Multiplikator*innen, nachhaltige Finanzierungsmodelle sowie Jugendbeteiligung, Diversity und Inklusion wurden diskutiert und gefordert.

Auf der neuen Homepage des BNE-Portals gibt es zahlreiche Informationen über einzelne Projekte sowie Bildungsbereiche. Auf der neuen interaktiven Landkarte sind deutschlandweit BNE-Akteure (so auch wir) verlinkt.

Zusätzlich findet ein bundesweiter Agendakongress Bildung für nachhaltige Entwicklung als Forum für fachliche Diskussionen und neue Ideen statt. Wenn ihr Interesse habt, vom 11. Juli 2016 (12.30 Uhr) bis 12. Juli 2016 (15:30 Uhr) in Berlin bei dem Kongress dabei zu sein, schreibt bitte eine Mail an kontakt@bne-agendakongress.de, um in den Einladungsverteiler aufgenommen zu werden.

Wenn  ihr Fragen zu der Plattform und den einzelnen Fachausschüssen habt oder  eigene Ideen und Vorschläge einbringen möchtet, meldet euch gerne bei  uns!

Annabelle Wischnat und Helen Koepke

 

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BNE-Seminar: Globale Gerechtigkeit! Unsere Verantwortung!

In Bamberg fand im Mai 2016 das BNE-Seminar „Globale Gerechtigkeit! Unsere Verantwortung!“ statt, welches sich mit den Ursachen von Armut, Freihandel, Neoliberalismus und dem Weltwirtschaftssystem sowie Auswirkungen der europäischen Agrar- und Handelspolitik auf den Globalen Süden beschäftigt hat.

Zu Besuch waren die angehenden BNE-TeamerInnen diesmal bei bestem Wetter im Gärtnereimuseum in der Gärtnerstadt und haben dort mehr über Hülsenfrüchte und regionalen Anbau erfahren.

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Die Incoming AG sucht Verstärkung!

Als Incoming AG von kulturweiter setzen wir uns für die Umsetzung eines Incoming-Programms im Rahmen von kulturweit ein. Incoming meint dabei, dass nicht nur deutsche Freiwillige in die Welt aufbrechen, sondern Menschen aus anderen Ländern, insbesondere des Globalen Südens, ebenso die Möglichkeit haben, einen Freiwilligendienst in Deutschland zu absolvieren. Kultureller Austausch kann keine Einbahnstraße sein.

Anfang 2015 gegründet, ist die AG inzwischen gewachsen und unsere Arbeit hat zuletzt stark an Fahrt aufgenommen, statt in bloßen Worten und Wünschen zu verweilen.

Konkret sind wir gerade dabei, uns mit Initativen anderer Freiwilligendienste und Vereinen zu vernetzen, die sich ebenfalls für Incoming einsetzen – oder die es sogar bereits verwirklichen konnten. Wir konnten im Austausch schon jetzt wertvolle und hilfreiche Ideen und Anregungen sammeln und wollen diese Vernetzung, z.B durch Teilnahme und Mitwirkung an Workshops und Konferenzen, ausbauen. Außerdem planen wir gerade die Unterzeichnung einer Kampagne gegen diskriminierende Visaverfahren und die Ausarbeitung eines Positionspapiers, mit dem wir bald vermehrt Lobbyarbeit an geeigneten Stellen betreiben wollen. Gleichzeitig halten wir enge Rücksprache mit dem Vereinsvorstand und auch dem kulturweit-Büro und treffen uns dort regelmäßig zum Ideenaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung.

Klingt gut? Dann mach mit! Gerade, weil es jetzt so richtig los geht, suchen wir noch weitere Mitstreiter*innen. Wenn du Lust hast, dich einzubringen, schreib uns einfach formlos unter incoming@kulturweiter.de. In Berlin, Osnabrück und Leipzig können wir uns auch persönlich treffen und über den Stand der Dinge und Möglichkeiten zur Mitarbeit austauschen. Besondere Vorkenntnisse brauchst du nicht, wir freuen uns über alle neuen Gesichter, Interesse und jede Idee oder Anregung.

Aliena Stürzer, Johanna Blees, Liane Schäfer und Max Mantell

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Umfrage zur Profilbildung von kulturweiter e.V.

Uns zu bilden, zu vernetzen und zu engagieren haben wir uns mit der Gründung des Vereins kulturweiter e.V. zur Aufgabe gesetzt. Seitdem sind 1 ½ Jahre vergangen, sodass wir unsere bisherige Arbeit evaluieren und überlegen wollten, wo wir heute stehen und was wir zukünftig besser bzw. anders machen können. Dazu haben wir im März 2016 sowohl Vereinsmitglieder als auch kulturweit-Alumni, die noch keine Vereinsmitglieder sind, um ihre Einschätzung und Meinung zu kulturweiter e.V. befragt. Insgesamt nahmen 62 Vereinsmitglieder (also über die Hälfte der aktuellen Mitglieder) und 115 Nichtmitglieder an der Umfrage teil – vielen, vielen Dank dafür!

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet ihr hier: Evaluation zur Profilbildung von kulturweiter e.V

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Mitgliederversammlung 2015

 „Ein bisschen haben wir in den letzten elf Monaten schon auf dem unbeschriebenen Blatt kulturweiter herumgekritzelt – aber es ist noch so viel Platz für Ideen, Visionen und Projekte.“ Mit diesen Worten eröffnete die Vereinsvorsitzende Lea Ludwig am 13. November 2015 das erste kulturweiter-Mitgliedertreffen. 13 Alumni kamen zusammen, um am Fuße der Burg Ludwigstein in Nordhessen die erste Mitgliederversammlung abzuhalten und gemeinsam über kulturweiter heute und die Pläne für morgen (und übermorgen) zu sprechen.

Der Freitag stand im Zeichen des Ankommens – und Aufbrechens, denn es entstanden Visionen für kulturweiter im Jahr 2020. Vor diesem Hintergrund stellte die AG Incoming ihre aktuelle Arbeit vor. Bei der Feier zur Vereinsgründung Anfang 2015 hatten sich Alumni zusammengefunden, die „kulturweit“ zweigleisig machen wollen, sodass nicht nur junge Menschen aus Deutschland Erfahrungen im Ausland sammeln können, sondern auch ausländische Jugendliche einen Freiwilligendienst in Deutschland absolvieren können. „kulturweit“ hat in einem dreimonatigen Pilotprojekt in diesem Herbst jungen Menschen aus Osteuropa einen Freiwilligendienst in Berlin ermöglichen können, jetzt gilt es, in engem Austausch das Projekt langfristig zu planen und auch auf politischer Ebene die Institutionalisierung zu erwirken.

Mehr als aktuell und dringend ist das Anliegen einer Freiwilligeninitiative, die sich mit den Themen Flucht und Migration auseinandersetzt und das Innovationspotential der Alumni für gesellschaftliches Engagement nutzen möchte. Auch ein Ausblick auf das Jahr 2016, die Reflexion der Vereinsarbeit und des Mitgliedertreffens standen auf dem Plan.

Und was ist mitzunehmen aus dem ersten Treffen der kulturweiter-Mitglieder? Im Verein, vor allem aber in seinen Mitgliedern und der Verbindung zu „kulturweit“ und der Deutschen UNESCO-Kommission schlummern großes Potential – und große Verantwortung. Gegenwärtig bestehen verschiedene Initiativen, in denen Alumni gesellschaftliches Engagement leben wollen und einen Teil ihrer Erfahrungen im Freiwilligendienst und darüber hinaus einbringen – das kommende Jahr verspricht in dieser Hinsicht ereignisreich zu werden. Darüber hinaus wird kulturweiter e.V. eine verstärkte Rolle in der Alumni-Bildung – gegenwärtig vor allem im Bereich BNE – übernehmen und weiterhin seine Strukturen und die Vernetzung vorantreiben.
Und zu guter Letzt – und ganz entscheidend: Dieses erste Mitgliedertreffen von kulturweit – bilden, vernetzten, engagieren e.V. – ist wahrscheinlich bester Beweis für das Erwachsenwerden der Alumni-Initiative von „kulturweit“. Junge Menschen mit unterschiedlichsten Auslandserfahrungen und Lebensplänen finden weit mehr als einen gemeinsamen Nenner, unter dem sie innovativ und visionär diskutieren und wirken können – und nun in dem Verein notwendige unterstützende Strukturen finden können.

Hanna Viehöfer-Jürgens